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Neue Beiträge und Leitartikel 

BÜCHER- & PRESSESCHAU
Pierre Klein: Politische Geschichte des Elsass

Bernhard Altermatt:
Sprache und Politik, Zweisprachigkeit und Geschichte

Zweisprachigkeit und ein modernes Sprachenrecht für den Kanton Bern
Die deutschsprachige Bevölkerung im Berner Jura - Plaidoyer für eine vergessene Minderheit

Rechtschreibung: ein offenes Kapitel
Ist neu immer besser? Zu den laufenden Schulreformen
Die Samen im hohen Norden und ihre Sprache(n)    
Schutz und Förderung sprachlicher Minderheiten in Schweden

Bern, den 1. November 2020

ANTRAG AN DAS BUNDESAMT FÜR KULTUR (BAK)

Antrag
auf Erstellung eines Berichtes im Auftrag des BAK über den Bestand und die Gefährdung des Deutschen als angestammte Minderheitensprache in der Schweiz und über geeignete Maßnahmen zu dessen Erhaltung und Förderung im Rahmen der Umsetzung der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen (ECRM)

Sehr geehrte Frau Chassot,
sehr geehrter Herr Vitali

Um eine Lücke im Minderheitenrecht der Schweizerischen Eidgenossenschaft zu füllen und um die Zweisprachigkeit und Verständigung in unserem Lande zu verbessern, stellen wir Ihnen den Antrag, einen Bericht über Bestand und Gefährdung des Deutschen als angestammter Minderheitensprache erstellen zu lassen; es geht gemäß den Empfehlungen des Sachverständigenausschusses des ECRM dabei um Minderheiten in einer ganzen Reihe von Gemeinden, namentlich in den Kantonen Jura, Bern, Neuenburg, Freiburg, Waadt, Wallis, Tessin und auch in  Graubünden, welches in der Aufzählung fehlt.
Der Bericht soll auch aufzeigen, wie Deutsch als Minderheitensprache in Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen erhalten und gefördert werden kann.
Der Auftrag zur Erstellung dieses Berichtes soll einer geeigneten Institution erteilt werden. Geeignet dafür ist u. E. vor allem das Institut für Mehrsprachigkeit an der Universität Fribourg/Freiburg. Bereits vorhandene Bestandesaufnahmen, Analysen und Vorschläge sind in der Studie zu berücksichtigen; für einen großen Teil der zu untersuchenden Gemeinden fehlen sie jedoch bisher. Für die Stadt Freiburg und ihre Umgebung z. B. gibt es zwar bereits gute Unterlagen , besonders für die Kantone Bern, Jura und Waadt sowie für den Rest des Kantons Freiburg jedoch nicht.

Inhalte und Fragestellungen, die in dem Bericht behandelt werden sollen
Wir schlagen Ihnen folgende Inhalte und Fragestellungen vor, denen sich unseres Erachtens die Autoren des Berichtes und ihre Mitarbeiter widmen sollen.

  • Geschichtlicher Hintergrund der angestammten deutschsprachigen Minderheiten
  • Bestandesaufnahme in den Gemeinden mit einer beträchtlichen angestammten deutschsprachigen Minderheit gemäß Definiton der ECRM, namentlich in jenen, die in den Empfehlungen des Sachverständigenausschusses der ECRM erwähnt werden (s. Fußnote 1)
    • Zustand des Deutschen in den betreffenden Sprachgemeinschaften
      • Spracherhalt, Sprachentwicklung, Assimilationsgrad (dominante und schwächere Sprache), Sprachverlust der Personen, Zu- und Abwanderung Angehöriger der deutschsprachigen Minderheit 
      • Einstellung der deutschsprachigen Minderheit zu ihrer Sprache, Einstellung der anderssprachigen Umgebung zum Deutschen 
      • Erfassung der auf älteren Karten belegten deutschen topographischen Bezeichnungen
    • Deutsch als Amts- und Gerichtssprache in Theorie und Praxis
      • Deutsch als amtliche oder informell verwendete Sprache in Gemeinden und Regionen: gleichberechtigte oder eingeschränkte Amtssprache, Kontakt zwischen Behörden und Bevölkerung, evtl. zu Sachfragen auch mündliche Orientierung und Diskussionen, Sichtbarmachung der deutschsprachigen Minderheitensprache auf Schildern, Bekanntmachungen, Landkarten usw.
    • Deutsch als Schulsprache in Gemeinden und Regionen
      • Zugang zu deutschsprachigen Schulen
      • Zweisprachiger Unterricht (mehr oder weniger paritätisch)
      • Unterricht in Deutsch als Fach auf muttersprachlichem Niveau für Kinder aus deutschsprachigen Familien
    • Die Präsenz des Deutschen in der lokalen und regionalen Kultur (Theater, Feste) sowie in Presse und Lokalradio. Form und Umfang der Unterstützung durch die öffentliche Hand
    • Die Rolle von Deutsch als Minderheitensprache in der Wirtschaft
    • Zusammenfassende Beurteilung: Grad der Erhaltung, Entwicklung oder Gefährdung der Minderheiten
  • Empfohlene Maßnahmen für die einzelnen Regionen und Gemeinden zu Schutz und Förderung von Deutsch als angestammter Minderheitensprache und zur Behebung der unter Teil 2 festgestellten Mängel  
    • Maßnahmen und Aktionen zur positiven Wahrnehmung der deutschsprachigen Minderheiten durch die Mehrheitsbevölkerung
    • Aufwertung des Deutschen als örtliche Amts- und Gerichtssprache
    • Sichtbarmachung der deutschsprachigen Minderheitensprache auf Schildern, Bekanntmachungen, Landkarten usw.
    • Stützung von Deutsch als Minderheitensprache durch die Schule (während der gesamten Zeit der Schulpflicht)
      • Zugang zu deutschsprachigen Schulen
      • Zweisprachiger Unterricht (mehr oder weniger paritätisch)
    • Weitere Maßnahmen, z. B. durch Förderung von Deutschkenntnissen in Firmen
    • Verbesserung der Zweisprachigkeit und Verständigung zwischen den Landesteilen durch Erhaltung und Förderung von Deutsch als Minderheitensprache.

Den deutschsprachigen Minderheiten in unserem Lande ist bisher auf Bundesebene wenig Beachtung geschenkt worden. Das ist wohl teilweise darauf zurückzuführen, dass Deutsch insgesamt in der Schweiz die Mehrheitssprache ist, und darauf, dass im Bundesgesetz über die Landessprachen und die Verständigung zwischen den Sprachgemeinschaften (Sprachengesetz, SpG) nur für die Erhaltung und Förderung der rätoromanischen und der italienischen Sprache und Kultur ein eigener Abschnitt eingebaut worden ist. Diesen Mangel gilt es mit dem beantragten Bericht wettzumachen.

Sprachenrechtliche Voraussetzungen
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Anne Weber:
Annette, ein Heldinnenepos

Anne Weber

Die Schriftstellerin und Übersetzerin Anne Weber erhält für ihr Werk Annette, ein Heldinnenepos den Deutsche Buchpreis für den besten deutschsprachigen Roman 2020.
Annette Weber wollte keine Biographie schreiben, weil sie sich nicht als Historikerin verstand. Sie wollte aber auch keinen Roman im üblichen Sinne verfassen, weil das bedeutet hätte, dass sie zur Handlung allerhand hinzugedichtet hätte. Sie entschied sich deshalb für den Roman im Sinne des Hochmittelalters, für das Versepos. Diese Literaturform erleichterte ihr die nötige Distanz zur Heldin, mit der sie persönlich bekannt war.
https://www.srf.ch/play/radio/tagesgespraech/audio/anne-weber-gewinnerin-des-deutschen-buchpreises-2020?id=8af9bdaa-7544-4a77-a618-a0d248377f8b
Das Buch erzählt die Lebensgeschichte der französischen Widerstandskämpferin Anne Beaumanoir. Diese wandte sich bereits als Jugendliche dem Sozialismus zu, weil dieser den Faschismus Francos in Spanien und den Nationalsozialismus bekämpfte. Nach der Besetzung von Paris durch deutsche Truppen wurde sie Widerstandskämpferin und rettete unter Lebensgefahr zwei jüdische Kinder. 1942 schloss sie sich der Kommunistischen Partei an. Nach dem Kriege löste sie sich unter dem Einfluss von Arthur Koestlers Sonnenfinsternis vom Kommunismus, in dessen Namen in der Sowjetunion längst eine despotische Diktatur errichtet worden war. 
In den Fünfzigerjahren unterstützte sie den Freiheitskampf der FLN gegen die französische Kolonialmacht; sie wurde in Frankreich verurteilt und ins Gefängnis gesteckt. Nach der Geburt ihres Sohnes floh sie nach Tunis. Auch hier machte sie die Erfahrung, dass eine revolutionäre Bewegung bald einmal wurde, was sie bekämpfte: Abweichler und "Verräter" wurden gefoltert oder liquidiert. Anne Beaumanoir wurde dennoch als Ministerin im Gesundheitsministerium Mitglied der provisorischen und dann zwei Jahre lang von 1963 bis 1965 in der regulären Regierung Algeriens unter Ben Bella. Auch in jenen Jahren folgte sie ihrer zentralen Lebensmaxime: Sie gehorchte dem Gebot des Ungehorsams. Anne Weber ist eine merkwürdige Erscheinung im Literaturbetrieb. Sie wuchs in Offenbach auf und studierte nach dem Abitur in Paris. Sie blieb dann dort hängen. Sie übersetzte viele Bücher vom Französischen ins Deutsche oder vom Deutschen ins Französische. Seit 1998 hat sie ihre eigenen Werke herausgebracht, meistens sowohl in einer französischen als auch in einer deutschen Fassung.
„Der Übersetzer wird von jeder Unschärfe und jeder offenen Frage wie am Hosenbein festgehalten. Indem er die Mehrdeutig- und Eigenwilligkeiten, die Rhythmen, Klangvorlieben und Obsessionen des Autors auslotet, lernt er ihn langsam kennen; am Ende weiß er mehr von ihm oder ihr als dessen Ehefrau oder Ehemann. Wenn er nicht aufpasst, geht er langsam in ihn über: Die Autoren sind Kannibalen und fressen gerne ihre Übersetzer. Wie soll auch das Übersetzen gelingen, so lange man stur auf seiner Persönlichkeit beharrt? Der Übersetzer ist in mancher Hinsicht vergleichbar mit einem Schauspieler, insofern er ein fremdes Werk verkörpert, ihm einen neuen Sprachkörper verleiht."

( Dankesrede für den Johann-Heinrich-Voß-Preis, 2016, zitiert nach Wikipedia)

Mit spitzer Zunge überquert Laurence Boissier
den Röstigraben

https://www.srf.ch/sendungen/schnabelweid/franzoesisch-und-berndeutsch-laurence-boissiers-safari
Die Genferin Laurence Boissier ist trotz Schweizer Literaturpreis in der Deutschschweiz wenig bekannt. Ihr neues Buch «Safari» taugt auch für Französischscheue. Sie liest in Luzern, Zug und Bern.
Céline Graf 12.04.2019
S. auch: https://www.srf.ch/sendungen/schnabelweid/franzoesisch-und-berndeutsch-laurence-boissiers-safari


Laurence Boissier

Laurence Boissier sieht sich als Französischsprachige im Spoken-Word-Kollektiv «Bern ist überall» nicht als Exotin. (Bild: Julien James Auzan)

Ein «Mangel an Talent für den Rest» ist der Grund, weshalb Laurence Boissier beim Schreiben gelandet ist. Das sagte die Genfer Autorin der Zeitung «Le Temps». Ob beim Roten Kreuz, in der Verwaltung oder als Innenarchitektin – nie fühlte sie sich am richtigen Ort. Bis sie sich mit über 40 Jahren für die Kunsthochschule anmeldete. «Das war meine Rettung.» Sie hat einen starken Drang, kreativ zu sein. «Ich lebe ihn täglich aus. Beim Schreiben, Zeichnen, Basteln, ja sogar beim Karottenschneiden.»
Genferin in Berner Gruppe
In der Romandie erhielt die 53-Jährige, die beim Lausanner Verlag art&fiction publiziert, einige Förderpreise. Ihr Familienroman «Inventaire des lieux» bekam 2017 einen Schweizer Literaturpreis. In der Deutschschweiz blieb das mangels Übersetzung beim breiten Publikum unbemerkt. Am Donnerstag taufte sie ihr neues Buch «Safari» in Zürich an einer Doppelvernissage mit Gerhard Meister, der sein Buch «Mau öppis ohni Bombe» vorstellte.
Französisch ist dank parallelen berndeutschen Übersetzungen von Daniel Rothenbühler keine Voraussetzung, um «Safari» zu lesen. Boissiers erste Einzelpublikation im Spoken-Word-Verlag «Der gesunde Menschenversand» enthält vor allem Texte, die sie für ihre Auftritte mit der Gruppe «Bern ist überall» geschrieben hat. Als Exotin zwischen Autoren wie Gerhard Meister oder Pedro Lenz, die vor allem auf Schweizerdeutsch schreiben, sieht sie sich aber nicht. Sie findet:
«Französisch ist genauso geeignet für performte, laut gesprochene Texte.»
Wer Boissier live hört, gibt ihr recht. Und ebenfalls, wer «Safari» liest. «Déjà, on choisit la musique qui va accompagner ce beau moment.» Schön, nicht? Je zarter die Klangfarben, umso skurriler sind bei ihr die Themen. Die Autorin redet ein ernstes Wörtchen mit einem Salzteig («Petite chose en pâte à sel») oder einem Schwamm («Évolution»). Sie versetzt sich in ein Mädchen hinein, das zu dem Typen werden will, der die weissen Linien auf die Strasse malt («Blanc»). Sie schickt ein U-Boot auf einen makabren Tauchgang («Sink Tank»).
Jähe Wendungen
Auch die Dramaturgie überrascht. Geschichten nehmen jähe Wendungen oder hören mitten im Crescendo auf. Typisch ist auch ihre eigentümliche, manchmal böse Ironie. «Das ist meine britische Seite», sagt Boissier. Ihre Mutter stammt aus Wales. Die gespitzte Humorklinge richtet sie auch gegen sich selbst. Wenn sie etwa gesteht, wie sie in der Bibliothek heimlich ihre Bücher aus der unbesuchten Abteilung für Schweizer Literatur zwischen die Bestseller der skandinavischen Krimis stellt. Es stört sie aber, wenn sie zu hören bekommt, sie sei lustig. «In einem Text, mit dem ich zufrieden bin, steckt viel mehr.» Sie brauche lange zum Schreiben, zum Finden ihrer Melodie.
Mit «Safari» möchte Laurence Boissier dazu beitragen, den Röstigraben zwischen der Romandie und der Deutschschweiz zu verkleinern. Diesen nimmt sie als tief wahr. «Es gibt schlimme Vorurteile auf beiden Seiten», sagt sie. So verpasse man vieles, vor allem sprachlich:
«Ich finde Schweizerdeutsch interessant und träume von einem längeren Sprachaufenthalt in Bern.»

Bern, den 12. September 2020

ANTRAG AN DEN REGIERUNGSRAT DES KANTONS BERN

Antrag zur Förderung des Deutschen als angestammte Minderheitensprache im Berner Jura im Zusammenhang mit der Förderung  der Zweisprachigkeit im Kanton Bern und der Umsetzung der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen (ECRM)

Sehr geehrter Herr Regierungspräsident,
sehr geehrte Damen Regierungsrätinnen, sehr geehrte Herren Regierungsräte

Um eine Lücke im Minderheitenrecht des Kantons Bern zu füllen und um die Zweisprachigkeit und Verständigung im ganzen Kanton zu verbessern, stellen wir Ihnen den Antrag, die angestammte deutschsprachige Minderheit im Berner Jura in folgenden Bereichen zu schützen und zu fördern:

1. Öffentlicher Gebrauch der deutschen Sprache in den Gemeinden
2. Zugang der deutschsprachigen Minderheit zu Unterricht in deutscher Sprache oder zu zweisprachigem Unterricht während der gesamten obligatorischen Schulzeit.

Wir beantragen zu diesem Zwecke die Einsetzung von zwei Arbeitsgruppen, die sich je einem dieser Bereiche widmen und dazu Vorschläge erarbeiten sowie Anträge zu Gesetzgebung und Verordnungen stellen.

Angesichts der Tatsache, dass es im Berner Jura seit 2018 keine deutschsprachigen oder zweisprachigen Schulen mehr gibt, beantragen wir für Kinder aus deutsch- oder gemischtsprachigen Familien Sofortmaßnahmen, die darin bestehen, dass diesen Kindern ein guter Deutschunterricht geboten wird, der ihren Vorkenntnissen entspricht.

Außerdem beantragen wir die Schaffung eines kantonalen Sekretariats, welches die Interessen der deutschsprachigen (und zweisprachigen) Minderheit wahrnimmt.

Le Valais redécouvre son bilinguisme
(Le Temps, 19.06.2019)
Das Wallis entdeckt seine Zweisprachigkeit wieder

Der Nouvelliste Valaisan und der Walliserbote bieten der Leserschaft ein vergünstigtes Abon-nement auf die jeweils andere Zeitung an. Seit der Eröffnung des Lötschberg-Tunnels hat sich das Oberwallis noch stärker an Bern angelehnt, und die beiden Kantonsteile haben sich noch etwas mehr auseinandergelebt.
Der Kanton unternimmt aber einiges, um den Zusammenhalt im Kanton zu sichern, indem er die kulturelle Vielfalt, die Zweisprachigkeit und den Austausch zwischen den beiden Sprachregionen fördert. Schon in der Primarschule werden die Kinder vor allem spielerisch an die Zweitsprache herangeführt und damit Lernbarrieren abgebaut. Im Unterwallis werden in den großen Ortschaften zweisprachige Klassen für die ganze Schulzeit angeboten. Dasselbe Angebot ist für die Kantons-schulen in Brig und Sitten in Vorbereitung. Näch-
stes Jahr nehmen gut hundert Schülerinnen und Schüler aus dem Unterwallis ihre Ausbildung auf der Sekundarstufe im deutschen Teil des Kantons in Angriff, während 79 aus dem Oberwallis den um-gekehrten Weg gehen.
Schüleraustausch ist bereits sehr beliebt, er dauert zwischen einer Woche und einem Jahr. Im kom-menden Schuljahr absolvieren über vierzig junge Leute aus dem Unterwallis ein Jahr im Kollegium Brig, anderseits beziehen 13 aus dem Oberwallis ein Gymnasium im französischen Kantonsteil.
Der Sprung über die Sprachgrenze lohnt sich: Die Walliser Jugend schneidet in der Zweitsprache landesweit mit am besten ab. Auch viele vorge-fasste Meinungen über den andern Kantonsteil werden auf diese Weise geändert.

https://www.letemps.ch/suisse/valais-redecouvre-bilinguisme

Mit den sieben Geisslein in die Zweisprachigkeit hüpfen (NZZ 16.6.2019)

In Nancy hat es ein Schulleiter durchgesetzt, dass seine Primarschüler an der Ecole Stanis-las zweisprachig unterrichtet werden. Zuerst musste er sein Kollegium vom Nutzen des zweisprachigen Unterrichts überzeugen; dann bewilligte die regionale Schulverwal-tung das Projekt und finanzierte Deutsch-stunden für Lehrer am Goethe-Institut. Der Bürgermeister der Stadt ist dem Projekt günstig gesinnt, und die Schulverwaltung Nancy-Metz denkt ähnlich. In Nancy gibt es für Französisch und Eng-lisch sowie Französisch und Deutsch Immersions-unterricht: Nicht nur die Zweitsprache selbst, son-dern auch mehrere Schulfächer werden auf Englisch bzw. Deutsch unterrichtet. Ein wichtiges Argument für die Förderung des Deutschen ist die wirtschaft-liche Bedeutung der Sprache, sowohl für Grenzgänger als auch für Leute, die in den vielen deutschen Firmen, die sich im französischen Mosel-gebiet nieder-gelassen haben, Karriere machen wollen.

https://www.nzz.ch/international/frankreich-deutsch-unterricht-als-karriere-chance-ld.1483245?reduced=true

ZWEISPRACHIGKEIT UND EIN MODERNES SPRACHENRECHT
FÜR DEN KANTON BERN

Gute Ansätze
Der Kanton Bern will die Zweisprachigkeit fördern. Einiges ist bereits geschehen, z. B. mit dem Angebot einer zweisprachigen Lehrerausbildung und dem Ausbau zweisprachigen Schulunterrichts auf allen Stufen. Schüleraustausch über die Sprachgrenze hinweg soll intensiviert werden. Die Vereinbarung BeNeFri der Universitäten Bern, Neuenburg und Freiburg vereinfacht den Besuch und die Anrechenbarkeit von Lehrveranstaltungen zwischen den beteiligten Universitäten. In der Hauptstadtregion arbeiten Bern und Neuenburg zusammen, um mit Sprachtandems die Zweisprachigkeit der Verwaltungsangestellten zu verbessern.
Sprachenrecht mit Lücken und Mängeln
Die neue Zweisprachigkeitsoffensive des Kantons gibt ihm aber auch die Gelegenheit, vergangene Fehler wiedergutzumachen und sich an internationalen Standards des Schutzes sprachlicher Minderheiten zu orientieren, vor allem an der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen (ECRM). Die Schweiz ratifizierte dieses Abkommen 1997 und setzte es am 1. April 1998 in Kraft. Umgesetzt hat sie es aber nur mangelhaft, und das gilt auch für den Kanton Bern. Dieser hat zwar die Rechte und Möglichkeiten seiner französischsprachigen Bevölkerung in den letzten siebzig Jahren stets ausgebaut; gleichzeitig hat er aber der angestammten deutschsprachigen Minderheit im Berner Jura diese Rechte nicht nur vorenthalten, sondern systematisch eingeschränkt, um sie zu assimilieren und in der Mehrheitsbevölkerung aufgehen zu lassen. Der Kanton hat bisher nicht gemerkt oder nicht merken wollen, dass hier Handlungsbedarf besteht.
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DIE DEUTSCHSPRACHIGE BEVÖLKERUNG IM BERNER JURA
Ein Plaidoyer für eine vergessene Minderheit

Natürlich darf dabei der Minderheitenschutz nicht vergessen werden, denn je kleiner eine Minderheit ist, umso stärker muss sie geschützt werden.
(Bericht der Expertenkommission über die Zweisprachigkeit, S. 5, 23, 31, 107.)

Der Berner Jura wird politisch und weitgehend auch rechtlich als einsprachiges Gebiet behandelt, also ob er ebenso eindeutig französischsprachig wäre wie etwa das Emmental deutschsprachig. Dieses Bild entspricht nicht der Wirklichkeit. Im Berner Jura gibt es von alters her eine deutschsprachige Minderheit, die seit gut siebzig Jahren zunehmendem Assimilationsdruck ausgesetzt gewesen ist. In der Hoffnung, damit die Sezession des Nordjuras zu vermeiden, hat der Kanton Bern aktive Assimilationspolitik betrieben.
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Zweisprachig im Wahlkampf - Freiburg ist ein besonders hartes Pflaster
Wer im Kanton Freiburg in die eidgenössischen Räte gewählt  werden will, muss Deutsch und Franzö-sisch beherrschen, um in allen Bezirken Stimmen zu erhalten. Die französischsprachige Nadine Gobet (FDP) aus dem Bezirk Greyerz spricht im Alltag nur Französisch, auch im Kantonsparlament. Seit zwei Jahren verbessert sie ständig ihre Deutsch-kenntnisse, hat aber immer noch Mühe, sich auf Deutsch auszudrücken.  Auch die deutsch-sprachige Olive Haymoz (Grüne) kämpft um den Einzug in den Nationalrat.  Dem Fernsehen SRF gab sie zum erstenmal ein Interview auf Deutsch. 
Unsicherheit im Französischen
Die 23-Jährige Oliver Haymoz hingegen spricht gut Französisch und hat sogar die Matura zweisprachig absolviert. Trotzdem habe sie grossen Respekt, wenn sie auf Französisch ein Interview geben müsse: «Sage ich etwas, was ich eigentlich gar nicht so gemeint habe?»
In den beiden Sprachgemeinschaften erhalten zwar die Kandidaten der eigenen Sprachregion mehr Stimmen, doch ist auch die Parteizugehörigkeit wichtig. Nationalrat Rime von der SVP holt mehr Stimmen in Deutsch- als in Welsch-Freiburg. (Herr Rime spricht aber ausgezeichnet Deutsch...
Red.)

https://www.srf.ch/news/schweiz/wahlen-2019/wahlen-2019-kantone/wahlen-2019-freiburg/zweisprachig-im-wahlkampf-freiburg-ist-ein-besonders-hartes-pflaster

Deutsch aus dem FF oder FFF? Dreifachschreibung von Konsonanten abschaffen! Die Rechtschreibreform von 1996 ist zwar gemildert worden, entfaltet aber in ihrer modifizierten Form von 2006 immer noch Unheil. Kein Wunder, dass Verlage ihre eigenen Wege gehen und die Regeln nach eigenem Ermessen abändern.
von R. Wyß
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FÖRDERUNG DER ZWEISPRACHIGKEIT
IN ÄMTERN UND SCHULEN DES KANTONS FREIBURG

Vortrag von Frau Claudine Brohy, Dr. phil., Universität Freiburg i.Ü., Lyss, 8.2.2019.
Niemand in der Schweiz kennt sich in Praxis und Forschung der Mehrsprachigkeit besser aus als Frau Brohy, Dr. phil. Mehr dazu...